Neuroblastom
Das Neuroblastom ist ein bösartiger Tumor des embryonalen Gewebes, aus dem ein Teil des Nervengewebes und die Nebennieren entstehen. Das hierbei betroffene Nervengewebe kommt auch entlang der Wirbelsäule, Kopf,-Hals,-Nackenbereich und auch im Brust,-Bauch,- und Beckenraum vor.
Zusammengefaßt ist das Neuroblastom der häufigste bösartige Tumor im Kleinkinderalter und die zweithäufigste Tumorerkrankung bei Kindern überhaupt. Zu rund 90 % wird die Diagnose bei Kindern unter sechs Jahren gestellt. Die Erkrankung ist nicht geschlechtsspezifisch. Mehr als die Hälfte der diagnostizierten Neuroblastome haben schon metastasiert, also Tochtertumore entwickelt. Diese Tochtertumore können an allen Lymphknoten, der Haut,der Leber, der Knochen und im Knochenmark entstehen.
Je nach Entstehungsort der Tumore kommt es zum Teil zu erheblichen Beschwerden. Der häufigste Ort der Entstehung ist der Bauchraum ( ca 60-70%). Der "Blähbauch", Schmerzen, Verdauungsstörungen, Erhärtungen und Nahrungsverweigerung wurden hier schon beobachtet. Bei einer Entstehung des Tumors im Brustbereich, immerhin mit bis zu 10% beschrieben, kommt es zu Kurzatmigkeit, Luftnot, Dauerhusten und den damit verbundenen Schmerzen. Weitere rund 10% der Entstehungsorte sind der Kopf und eher Halsbereich. Hier wurden schon Knötchenbildungen rund um die Augen und am Kiefer beobachtet. Pupillenverkleinerung und Augenfehlstellungen durch Nervenreizung oder Nervenquetschung kommen eben so häufig vor wie die s.g. blauen oder roten Augenringe, die an Faustschlagspuren erinnern. Durch die Absonderungen des Tumors kommt es weiterhin zu Fieber, Erröten der Haut, Reizzuständen, auf eine Körperseite beschränktes Schwitzen und heftigen Blutdruckschwankungen. Sehr oft werden diese Symptome von Schmerzen in den Armen, den Beinen und den Knochen begleitet.
- Stadium 1. Der "Primärtumor" ist auf eine Stelle beschränkt und kann chirurgisch komplett entfernt werden.
- Stadium 2a. Der "Primärtumor" kann nicht komplett entfernt werden. Die Größe des Tumors überschreitet nicht die Wirbelsäule. Die Lymphknoten sind nicht befallen.
- Stadium 2b. Die Ausdehnung des Tumores überschreitet die Wirbelsäule nicht. Die Lymphknoten der betroffenen Seite sind befallen.
- Stadium 3. Der Primärtumor ist über den Ursprungsort hinausgewachsen, die Lymphknoten sind befallen.
- Stadium 4. Der Primärtumor hat im ganzen Körper Tochtertumore ( generalisiert ) entwickelt.
Die Behandlung folgt in Deutschland und der Schweiz den Vorgaben der "Neuroblastomstudie NB97 "
Im Wesentlichen sind hier chirurgische Eingriffe, die Chemotherapie, die Radionukleotid-Therapie und die Strahlentherapie und deren Kombinationsmöglichkeiten vorgesehen. Eine weitere Methode ist die Sicherung gesunder blutbildender Stammzellen aus dem Knochenmark. Die verbleibenden "kranken" Stammzellen werden mit einer Bestrahlung zerstört und die gesicherten gesunden Zellen werden wieder an den Ort ihrer Herkunft verbracht, wo sie dann gesunde Blutzellen, frei von Tumorzellen, produzieren.
Im Stadium 4 der Erkrankung wird seit geraumer Zeit die Radionukleotidtherapie in Kombination mit der Sauerstoff-Überdrucktherapie angewendet. Dem Patienten wird dabei eine schwach radioaktive Substanz gespritzt, die sich auf Grund physikalischer Eigenschaften an die Tumorzellen anbindet und sie zerstört. Durch den unter Überdruckbedingungen verabreichten Sauerstoff kommt es durch eine Anreicherung von Sauerstoffradikalen im Tumorgewebe zu einer zusätzlichen Schwächung der Tumorzellen.




