Osteomyelitis/Osteitis

Die Osteomyelitis ist eine durch Bakterien hervorgerufene Entzündung des Knochengewebes und des darin liegenden Knochenmarks. Sie tritt typischerweise im Kindesalter auf. Die Bakterien gelangen (zum Beispiel im Rahmen einer Mittelohrentzündung) über die Blutbahn an den Knochen. Im Vordergrund der Beschwerden stehen Glieder- und Gelenkschmerzen sowie eine Schwellung und Erwärmung des betroffenen Bereichs. Schreitet die Krankheit weiter voran, so nimmt die Stabilität der betroffenen Knochen drastisch ab und es kann zu Knochenbrüchen und irreversiblen Schädigungen des Bewegungsapparates kommen.

Die Osteitis ist die Knochenentzündung des Erwachsenen. Die Bakterien werden nicht über die Blutbahn an den Knochen transportiert, sondern sie erreichen ihn von außen im Zusammenhang mit einer offenen Knochenverletzung oder als Folge einer Operation. Da im Erwachsenenalter das Knochenmark weitgehend in Fettgewebe umgewandelt und deutlich weniger durchblutet ist als im Kindesalter, beschränkt sich die Knochenentzündung des Erwachsenen vorwiegend auf den eigentlichen Knochen. Die Beschwerden gleichen denen der kindlichen Osteomyelitis.

Ziel der Behandlung ist es, die Infektionen auszumerzen. Bei der kindlichen Osteomyelitis steht dabei die konservative Therapie mit Antibiotika zunächst im Vordergrund. Erst wenn der Knochen oder angrenzende Gelenke zu deutlich geschädigt sind, muss ein Wiederaufbau mit Knochenersatz durchgeführt werden, damit der betroffene Knochen stabil bleibt. Dabei kann man eine Knochenverpflanzung aus dem eigenen Körper vornehmen, Fremdmaterial verwenden oder einen Knochenersatz durch forciertes Wachstum der Röhrenknochen erreichen. Beim Erwachsenen reicht die medikamentöse Behandlung meist nicht aus.

Sauerstoff, der unter Überdruck geatmet wird, wirkt auf eine Antibiotikatherapie synergistisch (unterstützend). Eine 10 bis 25%ige Verbesserung der Wirkung von Antibiotika sind in Studien schon nachgewiesen worden.