Nekrotisierende Fasciitis
(nekrotisierende nichtclostridiale Weichteilinfektion)
Im Unterschied zu den "Gasbranderregern" kommen bei der nekrotisierenden Fasciitis aerobe (Sauerstoff atmende) Bakterien vor. Haben sich die Bakterien erst einmal etabliert, kann der Krankheitsverlauf sehr dramatisch sein. Hier sind Wundausbreitungen von 5 bis 10 cm/Stunde gemessen worden. Wie bei dem Gasbrand können die Bakterien als Stoffwechselprodukte Gase wie Wasserstoff und Methan entwickeln. Ein fauliger ekelig kotiger Geruch ist die Folge. (Eine Faszie ist eine "Schutzhülle", die Funktionseinheiten wie Muskeln und Sehnen umgibt. Sie ist sehr stabil und besteht aus Bindegewebe. "-itis" bedeutet immer Entzündung.)
Eine NF kann die Folge von tiefen oder großflächigen Verletzungen sein, bei denen es zu einer großen ungeschützten Wundoberfläche und Verunreinigungen in großer Menge kommt. Immungeschwächte Personen wie Soldaten im Einsatz, alte Personen, AIDS-Patienten, Patienten bei denen eine Chemotherapie vorgenommen wurde, Diabetes-Patienten oder Patienten mit peripheren Durchblutungsstörungen, um nur einige zu nennen, sind häufiger betroffen. Auch kleinere Verletzungen können hier der Anlass für diese Infektion sein. Die verantwortlichen Bakterien sind ubiquitär (überall vorhanden) und werden von der gesunden Immunabwehr gut beherrscht.
Die großzügige chirurgische Entfernung des betroffenen Gewebes, die hochdosierte antibiotische Behandlung, kreislaufstabilisierende Maßnahmen und Organ schützende oder unterstützende Maßnahmen laufen zur gleichen Zeit an.
Infolge der abschwellenden und antibakteriellen Wirkung des unter Überdruckbedingungen verabreichten Sauerstoffs ist die nekrotisierende Fasciitis eine Notfallindikation der Sauerstoff-Überdrucktherapie.



