Druckkammerzentren RMT stellen 24-Stunden Notdienst ab sofort ein.

Behandlung von Rauchgasvergiftungen nicht mehr gewährleistet  

Wiesbaden, 14. Dezember 2009.  Bei einer Rauchgasvergiftung kann die rasche Behandlung in einer Druckkammer lebensrettend sein. Zur Vermeidung von Spätschäden ist sie unerlässlich. Doch die gesetzlichen Krankenkassen weigern sich seit einigen Monaten, die Kosten für die 24-Stunden-Bereitschaft und die Behandlung zu tragen.
Hat ein Mensch, zum Beispiel in Folge eines Wohnungsbrandes, eine Rauchgasvergiftung (Kohlenmonoxidvergiftung) erlitten, ist höchste Eile bei der Behandlung geboten, denn  Kohlenmonoxid blockiert innerhalb der Zellen den  Sauerstofftransport. Noch nach Wochen und Monaten können sich Spätfolgen wie Lähmungen, Gedächtnisstörungen, Verhaltensänderungen, Kopfschmerz oder Schwindel bemerkbar machen. Diese Spätfolgen sind in anerkannten Studien bewiesen.  Um dies zu verhindern, werden Patienten mit einer Rauchgasvergiftung in der Druckkammer mit medizinisch reinem Sauerstoff behandelt. Das giftige Kohlenmonoxid wird so schneller aus dem Körper des Patienten „ausgewaschen“. Das Verfahren der Druckkammerbehandlung wird von den gewerblichen Berufsgenossenschaften beim Vorliegen einer Rauchgasvergiftung als zwingend erforderliche Therapie angesehen. Auch bei den Vergiftungszentralen wird die Druckkammertherapie nach Rauchgasvergiftung als medizinisch erforderlich angesehen.

Krankenkassen und Krankenhäuser zahlen nicht

Seit mehreren Monaten weigern sich die Krankenkassen und Krankenhäuser für die Behandlung von Rauchgasopfern zu zahlen. „Dabei weiß man dort ganz genau, dass neurologische Spätkomplikationen ohne Druckkammerbehandlung in bis zu 40 Prozent der Fälle auftreten, die sehr hohe Folgekosten hervorrufen können die deutlich über der Behandlungskosten der Druckkammertherapie liegen.  Nach einer Druckkammerbehandlung ist nur noch in rund 1,6 Prozent der Fälle mit Komplikationen zu rechnen“, sagt Michael Kemmerer, Geschäftsführer Druckkammerzentren Rhein-Main-Taunus GmbH. Das wissen auch  die Kliniken und schicken  Notfälle aus einem  Einzugsgebiet von bis zu 250 Kilometern rund um die Uhr ins Wiesbadener Druckkammerzentrum.       

„Bisher haben wir die Notfallversorgung für Rauchgasvergiftungen, Gasbrände und Tauchunfälle an 24 Stunden und 365 Tagen im Jahr sichergestellt. Die Kosten hierzu wurden bisher von den Druckkammerzentren getragen. Allein in diesem Jahr hatten wir 28 Notfälle, die nachts eingeliefert wurden. Mittlerweile sind bei uns Rechnungen im hohen fünfstelligen Bereich offen. Wir können es uns einfach nicht mehr leisten, „umsonst“ zu arbeiten, sagt Michael Kemmerer. „Das bedeutet auch, dass wir für Feuerwehrleute und Polizisten und Rettungsdienstmitarbeiter im Einsatz nicht mehr rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Gerade in der Weihnachtszeit ist bei der Feuerwehr wegen Wohnungsbränden  „Hochsaison“. Außerdem sind wir im Umkreis von rund 250 Kilometern das einzige Druckkammerzentrum, das auch kritisch kranke Patienten behandeln kann, da die Therapiekammer so groß dimensioniert ist, dass Intensiv-Patienten mit Liege und allen notwendigen Geräten, die zur Überwachung und Sichheit des Patienten dienen, darin Platz finden“. 

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Pressebericht Einstellung des Notdienstes61.44 KB