Hyperbare Sauerstoffbehandlung

Behandlungsablauf

Vor Beginn der Behandlung führen unsere ärztlichen Mitarbeiter in unserem Zentrum ein Vorgespräch zur Klärung der Indikation, eine fokussierte körperliche Untersuchung und weitere diagnostische Verfahren (z.B. EKG, Ergometrie, Lungenfunktionsprüfung, Inspektionen des Ohrs) zur Prüfung der Druckkammertauglichkeit durch.

Falls bereits Voruntersuchungen durch Ihren behandelnden Arzt durchgeführt wurden, bringen Sie diese Unterlagen und Befunde bitte zum Vorgespräch mit.

Durch einen speziell ausgearbeiteten Qualitäts-  standard für Überdruckmedizin sowie durch die sorgfältige Untersuchung, Vorbereitung und Beratung durch unsere Ärzte sind Risiken bei der HBO-Therapie sehr gering und Komplikationen extrem selten.

2. Behandlung

Die Behandlung wird in der Regel ambulant durchgeführt. In Abhängigkeit von der Grunderkrankung sollten 10 bis 20 Behandlungseinheiten und ggf. weitere durchgeführt werden.

3. Genesung

Eine erste Wirkung der HBO tritt in der Regel zwischen der 5. bis 10. Behandlungseinheit ein. Nach Abschluss der HBO besteht eine Nachwirkungsphase der Therapie von 4 bis 6 Wochen, in der es zu einer weiteren Besserung kommen kann.

Durch die HBO-Therapie lindern sich bei 60%-70% der Patienten die Beschwerden.

Detaillierte Informationen zu den einzelnen Krankheitsbildern und deren Behandlung mit Hilfe der HBO erhalten Sie unter unserer aufgeführten Hotline sowie im Internet auf der angegebenen Homepage. Gerne können Sie sich auch in einem persönlichen Gespräch von unseren Ärzten beraten lassen.

Warum ẃirkt die HBO-Therapie, was passiert?

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Flyer-Allgemein-HBO-Info | HBO RMT Wiesbaden.pdf169.94 KB

Wirkung der HBO Therapie

Blut

Die HBO ist eine Behandlungsform, bei der die Patienten unter erhöhtem Umgebungsdruck (hyperbare Atmosphäre) medizinisch reinen Sauerstoff einatmen (Oxygenation).

Eine Druckerhöhung auf das 1,5- bis 3,0-fache des normalen Umgebungsdrucks wird in einem druckfesten, geschlossenen Raum erzeugt. Die Druckerhöhung erfolgt in Abhängigkeit vom vorliegenden Krankheitsbild. Über Gesichtsmasken erfolgt in definierten Zeitintervallen das Einatmen des Sauerstoffs. In der Druckkammer selbst befindet sich während der gesamten Behandlungseinheit normale Atemluft.

Während der HBO-Behandlung atmen die Patienten medizinischen reinen Sauerstoff unter erhöhtem Umgebungsdruck über eine Gesichtsmaske ein. Der Sauerstoff wird direkt an die roten Blutkörperchen gebunden und physikalisch im Blutplasma gelöst. Dadurch werden 20fach höhere Sauerstoffkonzentrationen im Körper erreicht. Jede Zelle wird so optimal mit Sauerstoff versorgt. Gestörte Funktionen der Körperzellen können sich dadurch schnell regenerieren. So werden die Heilungsprozesse des Körpers auf natürliche Art und Weise zu unterstützt.

Die Wirkung der HBO beruht auf physikalischen und biologischen Gesetzmäßigkeiten. Die HBO ist,im Gegensatz zu anderen Sauerstoff- oder Ozonbehandlungen eine schulmedizinisch und wissenschaftlich abgesicherte Behandlungsmethode. Sauerstoff ist für den menschlichen Körper notwendig.Insbesondere beschädigtes Gewebe benötigt zur Regeneration Sauerstoff.

Unterschied der Hyperbaren Sauerstofftherapie zu anderen Sauerstofftherapien

Wird unter Normaldruck Sauerstoff eingeatmet, wird der überwiegende Anteil des vom Körper aufgenommenen Sauerstoffs an die roten Blutkörperchen gebunden und weiter transportiert. Bei einer Erhöhung des Umgebungsdruckes wird zusätzlich Sauerstoff in das Blut "gedrückt". Dadurch kommt es zu einem Anstieg des Sauerstoffangebots und damit zu einer deutlichen Erhöhung der Sauerstoffaufnahme.

D.h. nach Sättigung aller roten Blutkörperchen erfolgt die Erhöhung der Transportkapazität des Blutes durch den physikalisch im Blutplasma gelösten Sauerstoff. Die Regeneration von beschädigtem Gewebe wird verbessert und beschleunigt, biologische Prozesse können in Gang gesetzt werden, die ohne Sauerstoff nicht ablaufen können.

  Sauerstofftherapie unter Normaldruck HBO
Sauerstofftransport durch rote Blutkörperchen 100% 100%
Sauerstofftransport durch Blutplasma 0 bis zu 20x mehr
Radius der Sauerstoffabgabe an die Zellen ca. 64 µ bis zu 4x größer

HBO-Therapie & Indikationen

Welche Erkrankungen können behandelt werden?

Grundsätzlich alle Erkrankungen die mit einem lokalen oder generalisierten Sauerstoffmangel einhergehen, wie
Innenohrerkrankungen (Hörsturz mit und ohne Tinnitus, Knall- oder Schalltraumata)

Die aufgeführten Krankheitsbilder sind nur ein kurzer Auszug aus der Gesamtheit der Erkrankungen, die durch HBO therapierbar bzw. heilbar sind. Für weitere Informationen, auch bei speziellen Fällen, kontaktieren Sie uns bitte unter unserer Hotline.

Indikationen gegliedert

 

NOTFALL-Indikationen

Achtung

Tauch- und Überdruck-Erkrankungen

Was ist ein Tauchunfall

Der "Tauchunfall" (manchmal auch Taucherunfall) ist ist ein Sammelbegriff für alle Vorkommnisse, die dem Taucher im Wasser und nach dem Tauchgang zustoßen. Hierbei ist noch zu bedenken, dass die Ursachen für den Tauchunfall unmittelbar etwas mit den veränderten Druckverhältnissen beim Tauchen oder mit dem Wasser als Sportelement oder Arbeitselement zu tun haben müssen.

Das bedeutet, dass andere Verletzungen wie Schnittwunden, Quetschungen, Stichwunden, Knochenbrüche etc., sowie Bisswunden, Vergiftungen etc, durch Tiere herbeigeführt, nur als Unfälle zusätzlich beim Tauchen verstanden werden.

Der "klassiche" Tauchunfall ist entweder eine Dekompressionsverletzung ( auch Caissonkrankheit genannt) oder eine Überdehnung der Lunge oder eine andere durch Druckunterschiede hervorgerufene Verletzung bzw. Erkrankung.

Hier wollen wir einige Begriffe erörtern:

Caissonkrankheit

Vor ca 250 Jahren haben französiche und belgische Ingenieure ein System zu Anwendung gebracht, mit dem man auf dem Grund von Seen und Flüssen "trockenen Fusses" arbeiten konnte. Im Prinzip waren es Holzkästen ( franz. Caisson ) der unterschiedlichsten Form, die auf den Grund abgelassen wurden. Mit Überdruck wurde das Wasser herausgepresst. Über eine Schleuse konnten dann die Arbeiter in die Caissons gelangen, die nun unter Überdruck standen, und arbeiten. Da die ersten "Taucherkrankheiten" in den s.g. Caissons vorkamen, gab man ihnen den Namen "Caissonkrankheit". Dieser Begriff wurde in der Taucherei übernommen. Tatsächlich ist die Taucherkrankheit aber eine Verletzung und keine Erkrankung.

Unter dem Sammelbegriff Caissonkrankheit fasst man alle Vorkommnisse zusammen, die ein Ausperlen von Stickstoffbläschen im Körper verursachen.

Hierzu einige Stichpunkte:

  1. Taucherflöhe sind Stickstoffausperlungen im Unterhautfettgewebe. Sie verursachen einen sehr heftigen Juckreitz und Schmerzen auf/unter der Haut.
  2. Bends sind Stickstoffausperlungen in den Gelenken. Bends verursachen z.T. heftige Schmerzen in den betroffenen Gelenken.
  3. Chokes sind Stickstoffausperlungen in den Lungenbläschen. Hier entstehen Schmerzen beim Atmen bis hin zur akuten Atemnot.
  4. Schwere Form der Bends sind Beschwerden wie unter Nr.2 beschrieben, treten aber schon während des Auftauchens auf.
  5. ZNS-Symptome sind Stickstoffausperlungen an den Nerven und im Gehirn. Hierbei erfährt der Verletzte Taucher alle Formen von nervösen Ausfallerscheinungen wie Lähmungen,Taubheitsgefühle, Empfindungsirritationen, Sehstörungen, Hörstörungen usw.
  6. Barotrauma.( Baro = Druck, Trauma = Verletzung ) Darunter versteht man alle Verletzungen, die durch Druckunterschiede in und an den starren Körperhöhlen entstehen können.

Hier unterscheidet man zwischen Überdruckbarotrauma und Unterdruckbarotrauma. Die s.g. Barotraumata können in folgenden Körperhöhlen entstehen:

Lunge, Außenohr, Mittelohr, Ober-und Unterkieferhöhlen, Stirnhöhlen, Zähne, unter bestimmten Bedingungen auf der Haut oder den Augen und verschiedenen kleineren Nasennebenhöhlen.

Wichtig ist: Alle Formen der Caissonkrankheit, auch Druckfallkrankheit oder auf Neudeutsch DCS (Decompression-Sicknes) gehören in die Hände eines Taucherarztes und in die Druckkammer zur Behandlung. Es ist die Natur dieser Verletzung, sich noch über viele Stunden zu verschlimmern. Unbehandelte Caissonerkrankungen verursachen Langzeitschäden, die meist irreparabel sind.

Tiefenrausch

Um den Tiefenrausch ranken sich die meisten Gerüchte in der Taucherei. Tatsächlich handelt es sich hier um eine Art Stickstoffnarkose, die auf den verschiedenen Tauchtiefen diverse Symptome verursacht.

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Caissonkrankheit Artikel (pdf)607.16 KB

Verschlusskrankheit der Augengefäße

  • Augenarterien-Infarkt (Zentralarterien-Infarkt des Auges)
  • Augenvenen-Infarkt

Verantwortlich ist in den meisten Fällen eine Störung der Versorgung der Sehzellen des Auges mit Sauerstoff und Nährstoffen.
Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, Rauchen oder Stress über einen längeren Zeitraum sind die Hauptursachen.

Das durch einen Thrombus (Gerinnsel) verschlossene Gefäß reanastomosiert in vielen Fällen nach 24 bis 48 Stunden. In der Zwischenzeit ist das zu versorgende Gewebe bereits abgestorben.

Durch eine Sauerstoffüberdrucktherapie wird nicht nur die Sauerstoffkonzentration im Blut drastisch erhöht, sondern auch die Eindringtiefe des Sauerstoffs in das Gewebe um das ca. 5fache gesteigert. Noch intakte Umgebungsgefäße können dadurch das betroffene Gebiet mitversorgen.

Eine Sauerstoffüberdruckbehandlung innerhalb der ersten 12 Stunden führt in 50 - 70 % der Fälle zu einer Verbesserung oder Wiederherstellung der Sehkraft.

Der Augenarterieninfarkt und der Augenveneninfarkt sind absolute Notfallindikationen der HBO-Therapie!


Weitere Informationen zu Augenerkrankungen und der HBO-Behandlung finden Sie auf der Homepage des Verband Deutscher Druckkammerzentren e.V.

CO-Intoxikation und Rauchgasvergiftung

Ursachen für die Vergiftung

  • Bei der unvollständigen Verbrennung organischer Stoffe (wie Bränden mit Rauchentwicklung in geschlossenen Räumen) entsteht Kohlenmonoxid (CO).
  • Co ist ein farb-, geschmack- und geruchloses giftiges Gas.
  • Es hat eine 300fach stärkere Bindung an das Hämoglobin (Blutfarbstoff und Transportmolekül für den Sauerstoff) als Sauerstoff.
  • Die Bindung an das Myoglobin (Muskelfarbstoff und Bindungsmolekül des Sauerstoff) liegt um das 30 bis 40 fache über der des Sauerstoffes. Dadurch verdrängt das Kohlenmonoxid den Sauerstoff sowohl im Blut als auch in der Muskulatur von seinen Bindungsstellen. Darüber hinaus blockiert es intrazelluläre Enzymsysteme.

Daraus resultieren bei einer Rauchgasvergiftung eine verminderte Sauerstoff-Transportkapazität, eine verringerte Sauerstoff-Abgabe an das Gewebe und eine Blockierung des intrazellulären Sauerstoff-Transports. Es entstehen Sauerstoffmangelschäden an Herz und Gehirn.

Erstsymptome der Rauchgasvergiftung

Die Erstsymptome sind dabei oft sehr unspezifisch:

  • Husten
  • Schwindel
  • Erbrechen
  • Sehstörungen und
  • Verwirrtheit.

Sie können in eine Herzinsuffizienz, schwere Herzrhythmusstörungen, ein Lungenödem, starke Kopfschmerzen, massive Verwirrtheit bis hin zum Koma münden.

Rauchgasvergiftung und Spätfolgen

Auch nach einer scheinbaren Verbesserung der Symptome können cerebrale Spätschäden noch Wochen und Monate nach einer Rauchgasvergiftung auftreten. Dazu zählen

  • Lähmungen
  • Parkinsonismus
  • Gedächtnisstörungen
  • Verhaltensveränderungen
  • Kopfschmerz und
  • Schwindel.

Diese Spätfolgen können bereits nach so genannten leichten Intoxikationen mit CO-Hb-Werten um 10% auftreten. Der CO-Hb-Wert stellt damit kein verlässliches Kriterium für den Schweregrad und die Prognose einer Rauchgasvergiftung dar!

Behandlung der Rauchgasvergiftung

Die Behandlung sollte unverzüglich (innerhalb von 4 Std. nach dem Unfall) beginnen!

Die Hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) ist die bestmögliche Therapie und bewirkt eine raschere Entgiftung und verringert Spätkomplikationen. Ihre Wirksamkeit ist in den Physikalischen Gasgesetzen begründet:

  1. Unter steigendem Sauerstoffdruck geht vermehrt Sauerstoff im Plasma in Lösung (Henry´sches Gesetz).
  2. Die Sauerstoffkonzentration bei 300 kPa beträgt dabei 6,6 ml pro dl Plasma.
    Diese Menge genügt für die Sauerstoffversorgung der Organe.
  3. Durch den zwanzigfach höheren Sauerstoffpartialdruck unter 300 kPa Umgebungsdruck wird nach dem Gesetz der Massenwirkung nicht nur das CO schneller aus seiner Bindung an das Hämoglobin, sondern auch aus seiner Bindung an das Myoglobin verdrängt.
  4. Die Lipidperoxidation in den Zellmembranen kann nur durch die HBO-Therapie gehemmt werden (alleinige Sauerstoffatmung unter Normaldruck erreicht diesen Effekt niemals)
  5. Die HBO-Therapie kann bei den akuten Symptomen lebensrettend sein.
CO-Intoxikation und Rauchgasvergiftung sind absolute Notfallindikationen der HBO-Therapie!


Senkung der Spätschäden nur durch HBO:

Ohne HBO- Behandlung entstehen neurologische Spätkomplikationen bei 15
bis 40 % der Patienten, unter HBO kann diese Rate auf 1,6 % reduziert werden.

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CO Handbuch (pdf)41.24 KB

Gasbrand / Weichteilinfektionen

Infektionskrankheit Gasbrand

Der Gasbrand ist eine lebensbedrohliche "Superinfektion" mit Bakterien. Verantwortlich für diese seltene Infektion ist der Erreger:

CLOSTRIDIUM PERFRINGENS

und (seltener) einige seiner Unterarten. Dieses Bakterium ist überall vorhanden, auch auf der Haut, im Darm, an und in den Körperöffnungen sowie im Boden, Staub etc. Gasbrand heißt diese Infektion, weil die Bakterien ein Gas produzieren, dass sich in den befallenen Geweben sammelt und dort auch ertastet werden kann.

Clostridium perfringens Bakterien sind Anaerobier, das bedeutet, sie gedeihen bei Sauerstoffarmut im Gewebe besonders gut und sterben im sauerstoffangereicherten Gewebe ab.

Personen mit schweren Verletzungen, insbesondere Immungeschwächte und Ältere sind besonders gefährdet, an Gasbrand zu erkranken.

Der Gasbrand ist eine absolute Indikation für eine HBO ( Sauerstoffüberdrucktherapie )

 

Weitere Informationen zur Infektion Gasbrand und der HBO-Behandlung dieser Infektionskrankheit finden Sie auf der Homepage des Verband Deutscher Druckkammerzentren e.V.

Nekrotisierende Fasciitis

(nekrotisierende nichtclostridiale Weichteilinfektion)

Im Unterschied zu den "Gasbranderregern" kommen bei der nekrotisierenden Fasciitis aerobe (Sauerstoff atmende) Bakterien vor. Haben sich die Bakterien erst einmal etabliert, kann der Krankheitsverlauf sehr dramatisch sein. Hier sind Wundausbreitungen von 5 bis 10 cm/Stunde gemessen worden. Wie bei dem Gasbrand können die Bakterien als Stoffwechselprodukte Gase wie Wasserstoff und Methan entwickeln. Ein fauliger ekelig kotiger Geruch ist die Folge. (Eine Faszie ist eine "Schutzhülle", die Funktionseinheiten wie Muskeln und Sehnen umgibt. Sie ist sehr stabil und besteht aus Bindegewebe. "-itis" bedeutet immer Entzündung.)

Eine NF kann die Folge von tiefen oder großflächigen Verletzungen sein, bei denen es zu einer großen ungeschützten Wundoberfläche und Verunreinigungen in großer Menge kommt. Immungeschwächte Personen wie Soldaten im Einsatz, alte Personen, AIDS-Patienten, Patienten bei denen eine Chemotherapie vorgenommen wurde, Diabetes-Patienten oder Patienten mit peripheren Durchblutungsstörungen, um nur einige zu nennen, sind häufiger betroffen. Auch kleinere Verletzungen können hier der Anlass für diese Infektion sein. Die verantwortlichen Bakterien sind ubiquitär (überall vorhanden) und werden von der gesunden Immunabwehr gut beherrscht.

Die großzügige chirurgische Entfernung des betroffenen Gewebes, die hochdosierte antibiotische Behandlung, kreislaufstabilisierende Maßnahmen und Organ schützende oder unterstützende Maßnahmen laufen zur gleichen Zeit an.

Infolge der abschwellenden und antibakteriellen Wirkung des unter Überdruckbedingungen verabreichten Sauerstoffs ist die nekrotisierende Fasciitis  eine Notfallindikation der Sauerstoff-Überdrucktherapie.

DRINGLICHE Indikationen

Otitis externa maligna

Otitis externa maligna

(bösartige Entzündung des äußeren Ohrs)

Diese Erkrankung entsteht durch den Befall mit Pseudomonas-Bakterien am Außenohr. Unbehandelt "arbeiten" sich die Bakterien, begleitet mit heftigsten Schmerzen, bis zum Gehirn durch. Die O.E.N. hat eine hohe Letalitätsrate (Sterberate), die mit 10-20% angegeben wird. Diabetiker werden von dieser Infektion häufiger befallen als andere Personen.

Die befallenen Gebiete am Außenohr, später, je nach Ausbreitung der Infektion, auch tiefer im Ohr, werden chirurgisch entfernt und gereinigt. Weiterhin werden die betroffenen Patienten meist hoch dosiert mit Antibiotika behandelt.

Hochdosierter Sauerstoff hat einen unterstützenden Effekt bei der Antibiotikabehandlung sowie einen keimtötenden Effekt. Ohne die adjuvante (unterstützende) Behandlung mit Sauerstoff unter Überdruck ist die Sterberate bei den Patienten höher.

Diese Erkrankung ist eine Notfallindikation für die Sauerstoff-Überdrucktherapie.

Hörstörungen

Knalltrauma

Schalltrauma durch Baustellenlärm

Durch eine plötzliche sehr laute Schalleinwirkung werden die Sinneszellen im Innenohr geschädigt. Es kommt zum Hörverlust und oft gleichzeitigen Ohrgeräuschen.

Ein gleichzeitiger mit dem Hörverlust auftretender Tinnitus wird regelmäßig angegeben.

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Hörsturz

Menschlicher Hörbereich

Verantwortlich ist in den meisten Fällen eine Störung der Versorgung der Sinneszellen des Innenohrs mit Sauerstoff und Nährstoffen. Ein Hörsturz geht oft mit Ohrgeräuschen (Tinnitus) einher.

Es gibt keine erfolgreichere Therapie bei akuten Hörstörungen  als die Hyperbare Sauerstofftherapie (HBO)

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Zusatzinformation Tinnitus

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Hörsturz

Menschlicher Hörbereich

Verantwortlich ist in den meisten Fällen eine Störung der Versorgung der Sinneszellen des Innenohrs mit Sauerstoff und Nährstoffen. Ein Hörsturz geht oft mit Ohrgeräuschen (Tinnitus) einher.

Es gibt keine erfolgreichere Therapie bei akuten Hörstörungen  als die Hyperbare Sauerstofftherapie (HBO)

Diese vorstehende Aussage trifft nach unserer Beurteilung zu. Durch eine Sauerstoffüberdruckbehandlung kommt es zu 50 - 60% zu einer Verbesserung oder zur Abheilen eines frischen Hörsturz oder Tinnitus ( nicht älter als 3 Monate ). Kombiniert man die Sauerstoffüberdrucktherapie mit einer Infusions- oder Medikamentenbehandlung steigt die Heilungschance auf über 80%.

Sobald keine Spontanheilung mehr zu erwarten ist, sollte eine Behandlungskombination unter Einschluss der Hyperbaren Sauerstofftherapie erwogen werden. Spätestens jedoch nach unzureichender Besserung Ihrer Standardtherapie.

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Trinnitus und Hörsturz292.55 KB

Knalltrauma

Schalltrauma durch Baustellenlärm

Durch eine plötzliche sehr laute Schalleinwirkung werden die Sinneszellen im Innenohr geschädigt. Es kommt zum Hörverlust und oft gleichzeitigen Ohrgeräuschen.

Ein gleichzeitiger mit dem Hörverlust auftretender Tinnitus wird regelmäßig angegeben.

Bei Knalltraumata werden in der Literatur Spontanheilungen zwischen 9% bis 48% beschrieben, die sehr früh eintreten. Die Behandlung mit HBO sollte daher möglichst mit Ablauf von 48 Std. beginnen. Um mehr als 10 Tage verzögerte Behandlungen zeigen deutlich schlechtere Ergebnisse.

Wenn die Durchblutung fördernde Medikamente, Infusionen und Cortison nicht helfen, bietet die HBO eine zusätzliche, gleichwertige Chance auf Besserung. Die Hyperbare Sauerstofftherapie ist eine bei Schalltrauma international anerkannte Therapie. Sie erhöht den Sauerstoffgehalt im Körper und in den Sinneszellen des Innenohres und führt so zur Regeneration des geschädigten Ohres.

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Flyer Knalltrauma (pdf)292.55 KB

Elektive Indikationen

Diabetischer Fuß

Offene Wunde bei einem diabetischen Fußsyndrom

In Deutschland haben rund 300 000 Menschen mit Diabetes aktuell Verletzungen an ihren Füßen, pro Jahr kommen ca. 120 000 dazu. Diese Zahlen teilte die Arbeitsgemeinschaft Diabetischer Fuß auf der Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft mit.

Nicht zu unterschätzen: Jeder zweite Diabetiker ist Risikopatient für die Entwicklung des Diabetischen Fußsyndroms (DFS).

Mit dem Diabetes mellitus ( Zuckererkrankung ) geht häufig eine Nervenstörung mit Empfindungs-Verlust ( Polyneuropathie ) einher. Dadurch wird

  • ein Erkennen von schmerzhaften Druckstellen am Fuß oft verhindert.
  • Verletzungen werden nicht "empfunden" und können sich entwickeln.
  • Infektionen mit Bakterien breiten sich unentdeckt durch Schmerzreize aus.

Durchblutungsstörungen, hervorgerufen durch "Zusinterung" insbesondere in den kleinen bis kleinsten Gefäßen, begünstigen eine Wundentwicklung bzw. verhindern eine Wundabheilung. Diese Wunden sind oft relativ therapieresistent, das heißt schwer zu behandeln. Häufig ist eine Amputation oder Teilamputation der betroffenen Gliedmaßen erforderlich.

Behandlung bei diabetischen Fuß

Nicht jeder Patient mit einem diabetischen Fußsyndrom kann mit der HBO Therapie behandelt werden. Bevor Gewissheit darüber besteht, ob die HBO helfen kann, muss erst einmal getestet werden, ob die Gewebebeschaffenheit eine Sauerstoffdurchlässigkeit an den betroffenen Stellen, am Fuß, zulässt.

Das wird mittels Sauerstoffmessungen mit speziellen Sonden schmerzfrei ausgetestet. Davon ausgehend, dass eine Sondenmessung eine Therapie als sinnvoll erachten lässt, wirkt die HBO wie bei allen anderen Problemwunden.

Wirkung der Therapie bei diabetischen Fuß

Die primäre Wirkung ist die Sauerstoffversorgung des hypoxischen Gewebes (sauerstoffunterversorgtes Gewebe). Eine weitere Verschlimmerung der Wunde wird verhindert. Heilungsprozesse werden angeregt.

Die sekundäre Wirkung ist die Anregung der Angioneogenese (Blutgefäßneubildung), die nach ca. 15 HBO-Behandlungen einsetzt. Hinzu kommt, dass der Sauerstoff unter Überdruck Bakterien abtötet.

Knochennekrose

Der Morbus Ahlbäck zählt zu den aseptischen (nicht durch eine Infektion verursacht) Knochennekrosen. Er findet sich meist an der inneren (medialen) Kondyle (Knochenrolle) des kniegelenkbildenden Anteils des Oberschenkelknochens.

Nekrose

Die Nekrose ist das Endstadium einer Wundheilungsstörung oder die direkte Folge von Verletzungen oder Infektionen. Mögliche Ursachen für Nekrose sind:

  • Erfrierung
  • Verbrennung
  • Infektion durch Bakterien (siehe Gasbrand oder nekrotisierende Fasciitis)
  • fortgeschrittene Formen von diabetischen Wunden (siehe Diabetisches Fußsyndrom )
  • Starke Gewebezerstörung durch Unfall (z.B. Crushsyndron), denkbar bei Unfällen durch Kettensägen, Erntemaschinen, Motorradunfälle etc.
  • Chirurgische Eingriffe, bei denen zu viele Gefäße ligiert (abgebunden) oder gekautert (durch Strom verschweißt) wurden.
  • Replantationen von abgerissenen Körperteilen wie Ohrmuschel, Finger, Nase, Lippe usw.Diese Körperteile verfügen nur über sehr kleine Blutgefäße, die eine Blutversorgung im "Wundgebiet" nur schwer ermöglichen.
  • Abbindungen von Extremitäten.

Ist es einmal zum Absterben von Gewebe gekommen, kann auch die Sauerstoffüberdrucktherapie (HBO) nicht mehr helfen. Aber alle Gewebe, in denen sich noch "ein Rest von Leben " befindet, können meist noch gerettet werden. Zum Glück sterben nicht alle Zellen in den betroffenen Wundgebieten sofort und sehr schnell. Viele Vorstufen der Einfärbung bis zum finalen „schwarz“ können beobachtet werden, und bei frühzeitiger Behandlung in einer Druckkammer kann sehr oft das Schlimmste verhindert werden.

Neuroblastom

Das Neuroblastom ist ein bösartiger Tumor des embryonalen Gewebes, aus dem ein Teil des Nervengewebes und die Nebennieren entstehen. Das hierbei betroffene Nervengewebe kommt auch entlang der Wirbelsäule, Kopf,-Hals,-Nackenbereich und auch im Brust,-Bauch,- und Beckenraum vor.

Zusammengefaßt ist das Neuroblastom der häufigste bösartige Tumor im Kleinkinderalter und die zweithäufigste Tumorerkrankung bei Kindern überhaupt. Zu rund 90 % wird die Diagnose bei Kindern unter sechs Jahren gestellt. Die Erkrankung ist nicht geschlechtsspezifisch. Mehr als die Hälfte der diagnostizierten Neuroblastome haben schon metastasiert, also Tochtertumore entwickelt. Diese Tochtertumore können an allen Lymphknoten, der Haut,der Leber, der Knochen und im Knochenmark entstehen.

Je nach Entstehungsort der Tumore kommt es zum Teil zu erheblichen Beschwerden. Der häufigste Ort der Entstehung ist der Bauchraum ( ca 60-70%). Der "Blähbauch", Schmerzen, Verdauungsstörungen, Erhärtungen und Nahrungsverweigerung wurden hier schon beobachtet. Bei einer Entstehung des Tumors im Brustbereich, immerhin mit bis zu 10% beschrieben, kommt es zu Kurzatmigkeit, Luftnot, Dauerhusten und den damit verbundenen Schmerzen. Weitere rund 10% der Entstehungsorte sind der Kopf und eher Halsbereich. Hier wurden schon Knötchenbildungen rund um die Augen und am Kiefer beobachtet. Pupillenverkleinerung und Augenfehlstellungen durch Nervenreizung oder Nervenquetschung kommen eben so häufig vor wie die s.g. blauen oder roten Augenringe, die an Faustschlagspuren erinnern. Durch die Absonderungen des Tumors kommt es weiterhin zu Fieber, Erröten der Haut, Reizzuständen, auf eine Körperseite beschränktes Schwitzen und heftigen Blutdruckschwankungen. Sehr oft werden diese Symptome von Schmerzen in den Armen, den Beinen und den Knochen begleitet.

  • Stadium 1. Der "Primärtumor" ist auf eine Stelle beschränkt und kann chirurgisch komplett entfernt werden.
  • Stadium 2a. Der "Primärtumor" kann nicht komplett entfernt werden. Die Größe des Tumors überschreitet nicht die Wirbelsäule. Die Lymphknoten sind nicht befallen.
  • Stadium 2b. Die Ausdehnung des Tumores überschreitet die Wirbelsäule nicht. Die Lymphknoten der betroffenen Seite sind befallen.
  • Stadium 3. Der Primärtumor ist über den Ursprungsort hinausgewachsen, die Lymphknoten sind befallen.
  • Stadium 4. Der Primärtumor hat im ganzen Körper Tochtertumore ( generalisiert ) entwickelt.

Die Behandlung folgt in Deutschland und der Schweiz den Vorgaben der "Neuroblastomstudie NB97 "

Im Wesentlichen sind hier chirurgische Eingriffe, die Chemotherapie, die Radionukleotid-Therapie und die Strahlentherapie und deren Kombinationsmöglichkeiten vorgesehen. Eine weitere Methode ist die Sicherung gesunder blutbildender Stammzellen aus dem Knochenmark. Die verbleibenden "kranken" Stammzellen werden mit einer Bestrahlung zerstört und die gesicherten gesunden Zellen werden wieder an den Ort ihrer Herkunft verbracht, wo sie dann gesunde Blutzellen, frei von Tumorzellen, produzieren.

Im Stadium 4 der Erkrankung wird seit geraumer Zeit die Radionukleotidtherapie in Kombination mit der Sauerstoff-Überdrucktherapie angewendet. Dem Patienten wird dabei eine schwach radioaktive Substanz gespritzt, die sich auf Grund physikalischer Eigenschaften an die Tumorzellen anbindet und sie zerstört. Durch den unter Überdruckbedingungen verabreichten Sauerstoff kommt es durch eine Anreicherung von Sauerstoffradikalen im Tumorgewebe zu einer zusätzlichen Schwächung der Tumorzellen.

Osteomyelitis/Osteitis

Die Osteomyelitis ist eine durch Bakterien hervorgerufene Entzündung des Knochengewebes und des darin liegenden Knochenmarks. Sie tritt typischerweise im Kindesalter auf. Die Bakterien gelangen (zum Beispiel im Rahmen einer Mittelohrentzündung) über die Blutbahn an den Knochen. Im Vordergrund der Beschwerden stehen Glieder- und Gelenkschmerzen sowie eine Schwellung und Erwärmung des betroffenen Bereichs. Schreitet die Krankheit weiter voran, so nimmt die Stabilität der betroffenen Knochen drastisch ab und es kann zu Knochenbrüchen und irreversiblen Schädigungen des Bewegungsapparates kommen.

Die Osteitis ist die Knochenentzündung des Erwachsenen. Die Bakterien werden nicht über die Blutbahn an den Knochen transportiert, sondern sie erreichen ihn von außen im Zusammenhang mit einer offenen Knochenverletzung oder als Folge einer Operation. Da im Erwachsenenalter das Knochenmark weitgehend in Fettgewebe umgewandelt und deutlich weniger durchblutet ist als im Kindesalter, beschränkt sich die Knochenentzündung des Erwachsenen vorwiegend auf den eigentlichen Knochen. Die Beschwerden gleichen denen der kindlichen Osteomyelitis.

Ziel der Behandlung ist es, die Infektionen auszumerzen. Bei der kindlichen Osteomyelitis steht dabei die konservative Therapie mit Antibiotika zunächst im Vordergrund. Erst wenn der Knochen oder angrenzende Gelenke zu deutlich geschädigt sind, muss ein Wiederaufbau mit Knochenersatz durchgeführt werden, damit der betroffene Knochen stabil bleibt. Dabei kann man eine Knochenverpflanzung aus dem eigenen Körper vornehmen, Fremdmaterial verwenden oder einen Knochenersatz durch forciertes Wachstum der Röhrenknochen erreichen. Beim Erwachsenen reicht die medikamentöse Behandlung meist nicht aus.

Sauerstoff, der unter Überdruck geatmet wird, wirkt auf eine Antibiotikatherapie synergistisch (unterstützend). Eine 10 bis 25%ige Verbesserung der Wirkung von Antibiotika sind in Studien schon nachgewiesen worden.

Osteoradionekrose

Osteoradionekrose ist ein bösartiger Tumor im Mund, der von einer Strahlenbehandlung verursacht wird.

Ursache für Osteoradionekrose

Bei einer Bestrahlung mit einer Dosis von mehr als 60 Gy (hier genannte Strahlenmenge und Energie/Zeit) kommt es in 5-10% aller Behandlungsfällen zu einer Osteoradionekrose (Absterben von Knochengewebe) am Kiefer

Durch die Energiemenge, die auf das Tumorgebiet einwirkt, nehmen kleine und kleinste blutführende Gefäße (Kapillaren) Schaden. Diese Form der Gefäßschädigung macht sich in aller Regel nicht sofort bemerkbar, sondern geht in einen schleichenden Prozess über, der oft erst nach Jahren Auswirkungen zeigt.

Diese Veränderungen treten öfter am Unterkiefer als am Oberkiefer auf.

Der Grund ist im Unterschied der Gefäßdichte und Gewebedichte zu sehen. Ein weiterer Grund ist die Immunabwehrschwäche bzw. Trägheit, der das bestrahlte Gewebe anheim fällt.

Keime können sich einnisten und je nach Aggressivität zu mehr oder weniger schnell verlaufenden Infektionen bis hin zum Gewebsuntergang führen.

Behandlung von Osteoradionekrose

  1. Chirurgisch: Das abgestorbene Gewebe muss chirurgisch entfernt werden, was häufig zu einer massiven Schädigung bzw. Reduktion des Kieferknochens führt. Sprachstörungen, Probleme bei der Nahrungszerkleinerung bzw. aufnahme sind die Folge.
  2. Hyperbare Sauerstoff Therapie: Durch die sofortige massive Verbesserung der Sauerstoffzufuhr und die durch die Behandlung hervorgerufene Gefäßneubildung ist die Sauerstoffüberdrucktherapie in der Lage, betroffenes, aber noch nicht abgestorbenes Gewebe zu retten.

Retinitis pigmentosa / Retinopathia pigmentosa

Augenhintergrund eines Patienten mit Retinopathia pigmentosa

Hyperbare Sauerstofftherapie bei Retinitis pigmentosa/Retinopathia pigmentosa: Eine Chance

Bericht von Dr. med. Hellmuth Sümmerer über die erfolgreiche Behandlung eines fast schon erblindeten Patienten (Freiburg, 2010)

Drohende Erblindung: das Internet als Informationsmedium besonders hilfreich

Ein 54jähriger Serbe lebt im Großraum Paris. Die Exilgruppe chattet miteinander und Herr S. offenbart in diesem Kreis, dass er schlechter und schlechter sieht und bald blind wird. Man rät ihm, nach Zürich zu einer Augenärztin zu fahren und sich dort beraten zu lassen. Diese schließlich empfiehlt ihm die hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) im Druckkammerzentrum Freiburg.
Das Radio SRNA-BOSANKA berichtet darüber täglich und startet eine Sammelaktion.

Wissenschaftlich gesicherte Grundlage: HBO bei Retinitis pigmentosa

Auf meine Recherche hin fand ich eine ausführliche 1b-Studie: „Slowing the degenerative process, long lasting effect of hyperbaric oxygen therapy in retinitis pigmentosa“ von Vingolo, Rocco, Grenga, Salvatore und Pelaia aus 2008 (Graefes Arch Clin Exp Ophtalmol, 2008; 246:93-98).

Ursprüngliches Behandlungsziel: Erblindung verlangsamen

Auf Basis dieser Studie beschrieb ich dem Patienten das Behandlungsziel der HBO in seinem Fall als eine Chance, den Prozess der Erblindung zu verlangsamen.

Behandlungsziel weit übertroffen: Patient kann nach HBO deutlich besser sehen

Herr S. selbst ließ sich nicht beirren und beharrte auf der Durchführung der HBO im Mai/Juni 2010. Bereits nach der 7. Behandlung konnte der Patient an einem Hochhaus, an dem er zuvor nur die Umrisse erkennen konnte, die einzelnen Fenster sehen und dadurch die Stockwerke abzählen. Nach 20 Behandlungen verbesserte sich seine Sehfähigkeit deutlich. Er konnte statt nur hell-dunkel Unterschiede und Umrisse wieder Personen und Gegenstände erkennen und musste sich nicht mehr von seiner Frau führen lassen. Das Ehepaar ist glücklich über die erreichte Verbesserung. Die drohende Erblindung konnte nicht nur verhindert, sondern darüber hinaus die Sehfähigkeit deutlich verbessert werden.

Nach seiner Rückkehr nach Paris vermochte Herr S. erstmals nach drei Jahren alleine zum Einkaufen zu gehen. Er besuchte einen Supermarkt in etwa 500 Meter Entfernung zu seinem Wohnsitz und tätigte dort selbstständig seine Einkäufe. Hierbei handelt es sich nicht um einen Außenbereich von Paris, sondern um eine belebte Einkaufsstraße. Als einziges Problem nannte er, dass er auf die vielen Kinder aufpassen müsse. Diese seinen so klein, dass er sie aus dem unteren Sichtbereich verliert.

Kontrollbefund des Augenarztes in Frankreich stellt gleichbleibende Diagnose / Patient empfindet Verbesserung

Wie der Betreuer des Patienten im November 2010 berichtet, empfindet Herr S., dass es ihm besser gehe. Die Lichtverhältnisse spielten eine große Rolle. Wenn es dunkel ist, könne er nach wie vor nichts sehen. Sein behandelnder Augenarzt in Paris hat aktuell eine gleichbleibende Diagnose gestellt:  also keine Verbesserung, aber auch keine Verschlechterung. Der Patient sei aber dennoch mit seiner Therapie am Druckkammerzentrum Freiburg zufrieden. Für ihn sei es schon eine Verbesserung, dass seine Sehkraft sich nicht verschlechtert habe. Sein persönlicher Eindruck ist, dass er bei sehr guten Lichtverhältnissen besser als früher sehen kann.

Sportverletzungen

Sportverletzung: Überdehnungs- und Muskelverletzungen

Zur Anwendung der HBO bei Überdehnungsverletzungen liegen aktuell zwei Veröffentlichungen vor. Die Autoren konnten aus den Ergebnissen folgern, dass unter HBO-Bedingungen die Heilung von Muskelüberdehnungen beschleunigt und die Funktionalität der verletzten Muskulatur verbessert wird. Die Zeitersparnis bezüglich der zu erwartenden Ausfallzeit beträgt ungefähr 70%. Die HBO reduziert bei solchen Verletzungen das bestehende Ödem und oxygeniert das Gewebe.

Weiterhin wurden in diesem Jahr neue Untersuchungsergebnisse vorgestellt, die belegen, dass die HBO, insbesondere in der Frühphase einer Muskelverletzung, bei Leistungssportlern zu einer schnelleren und wirksameren Regeneration des verletzten Gewebes führt.

Sportverletzung: Prellungen

Unter HBO-Behandlungen bei Prellungen wurden die Ödemgröße, die Farbveränderungen der Haut (als Zeichen für ein Hämatom) und die Beweglichkeit gemessen. In einer aktuellen Studie konnte nach sieben HBO-Behandlungen kein Ödem mehr nachgewiesen werden, es kam zur Hämatomreduktion, und die Schmerzintensität wurde nach nur fünf Behandlungen als schwach eingestuft.

Sportverletzung: Bänderverletzungen

Zur Wirkung der HBO bei dieser Verletzungsart sind zahlreiche Studien durchgeführt worden. Viele Ergebnisse sind aufgrund eines fehlenden Vergleichs mit einer Kontrollgruppe nur eingeschränkt aussagefähig. Ein Mechanismus der HBO ist die vermehrte Kollagenbildung in den heilenden Bändern, andere Ansätze halten den antiödematösen Effekt für die beschleunigte Rehabilitation für ausschlaggebend.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass in Wunden oder verletztem Gewebe durch der Unterbrechung der vaskulären Kontinuität (Gefäßversorgung) und der Bildung eines als Diffusionsbarriere wirkenden Ödems die Sauerstoffversorgung eingeschränkt ist.

Heilendes Gewebe weist einen erhöhten Sauerstoffbedarf auf, das Wundmilieu ist durch eine Hypoxie (Sauerstoffmangel) gekennzeichnet.

Für die Prozesse der Wundheilung ist Sauerstoff eine Grundvoraussetzung.

Hyperbare Sauerstofftherapie kann die in den Wunden vorliegende Hypoxie kompensieren und eine deutliche Anhebung der Sauerstoffpartialdrücke bewirken.

Strahlenzystitis

Strahlenzystitis = Entzündliche Veränderung der Harnblase.

Wie entsteht eine Strahlenzystitis ?

Bei einer Bestrahlung des kleinen Beckens zur Behandlung eines Tumors bei Gebährmutterkrebs und Enddarmkrebs oder zur Bestrahlung von Knochenmetastasen (Tochtergeschwulste am Knochen) bei Prostata-und Harnblasenkrebs kann es zu einer Schädigung des Harnblasengewebes führen. Man findet entzündungsbedingte Verschlüsse (Endarteriitis obliterans) der Kapillaren (kleinste Blutgefäße) im Blasengewebe. Als Folge der verringerten Durchblutung kommt es zu offenen Geschwüren und narbigen Veränderungen in der Blase. Das kann zu heftigen Blutungen und anderen mit dem Wasserlassen verbundenen Problemen führen.

Was kann die Sauerstoffüberdruckbehandlung bewirken?

Da die Probleme durch eine Minderdurchblutung hervorgerufen werden und damit einen Sauerstoffmangel bewirken, kann eine Verbesserung der Sauerstoffzufuhr die Heilung herbeiführen. Der unter Überdruck geatmete Sauerstoff reichert sich auf Grund physikalischer Begebenheiten auch im sauerstoffunterversorgten Gewebe an, und provoziert eine Wundheilung. Eine der Wirkweisen des Sauerstoff unter Überdruck ist die Gefäßneubildung, was einer Langzeitwirkung gleichkommt. Die Heilungschance liegt bei rund 85%.

Wie oft muß die Sauerstoffüberdrucktherapie angewendet werden?

Hier geht man von 20 Therapiesitzungen (pro Tag eine) aus. Eine Therapiesitzung dauert jeweils 135 Minuten.

Thermische Verletzungen

Brandwunden werden in drei Gruppen eingeteilt:

  1. Brandwunden Grad 1: Durch Hitzeeinwirkung entstandene oberflächliche Schädigungen der oberen Hautschicht, die sich durch eine Rötung der Haut bemerkbar macht. Die betroffenen Gebiete sind berührungsempfindlich bis hin zu einem deutlichen Schmerz
  2. Brandwunden Grad 2: Durch Hitzeeinwirkung entstandene tiefer gehende Schädigung der oberen und evtl. unteren Hautschichten, die sich durch eine sehr starke Rötung und durch Blasenbildung auf der Haut bemerkbar machen. Hinzu kommt ein starkes Schmerzempfinden und eine deutliche Schwellung der betroffenen Hautgebiete.
  3. Brandwunden Grad 3:  Durch Hitzeeinwirkung entstandene Schädigung der oberen und unteren Hautschichten bis hin zu den sich darunter befindenden Geweben, (Muskeln, Sehnen und Faszien). Die Wunden haben die Hautschichten durchdrungen, das befallene Gewebe schwillt sehr stark an, und das Schmerzempfinden ist nahezu "unerträglich". Hierbei gibt es aber noch die Form der Schmerzfreiheit in den am schwersten betroffenen Geweben, die durch Nervenzerstörung hervorgerufen wird.

Die für die Sauerstoffüberdrucktherapie (HBO) relevanten Brandwunden sind die zweiten und dritten Grades bei größeren betroffenen Gebieten.

Ulcus Cruris ("offenes Bein")

Ulcus Cruris ("offenes Bein")

Beim Ulcus cruris, dem sogenannten „offenen Bein“ handelt es sich um ein schlecht heilendes Geschwür am Unterschenkel, für das folgende Krankheiten verursachend sein können:

  1. Periphere Venenverschlusskrankheit (in etwa 72 % aller Fälle)
  2. Periphere Arterienverschlusskrankheit (in etwa 7 % aller Fälle)
  3. Die unter 1. und 2. aufgeführten Krankheiten zusammen ( in etwa 15 % aller Fälle)
  4. Diabetes mellitus ( siehe auch: Diabetisches Fußsyndrom )
  5. Starkes Übergewicht und Bluthochdruck begünstigen bzw. verursachen Ulcus cruris

Das nahezu therapieresistente Ulcus cruris neigt zur fortschreitenden Vergrößerung. Infektionen in der Wunde sind die Folge.

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Wundheilstörungen

Wundheilstörungen

Zur Heilung einer bestehenden Wunde setzt der menschliche Körper eine Wundheilungskaskade in Gang, die – grob vereinfachend dargestellt – aus 4 Stufen besteht:

  1. Sofortmaßnahme des Körpers: Verschließen der Wunde nach außen. Das wird erreicht durch die Blutgerinnung, die quasi einen eigenen Wundverband durch einen Blutpfropfen erzeugt.
  2. " Keine Wundheilung ohne Entzündung ". Das betroffene Areal und die unmittelbare Umgebung der Wunde schwellen an und werden vermehrt durchblutet.
  3. Reparaturmechanismen werden wirksam. Gefäße werden neu gebildet, Nervenenden wachsen in das betroffene Gebiet ein, zerstörtes und abgestorbenes Gewebe wird abtransportiert, Ersatzgewebe ( Narbengewebe ) wird produziert .
  4. Rückbildung der "Entzündung".

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Nekrose

Die Nekrose ist das Endstadium einer Wundheilungsstörung oder die direkte Folge von Verletzungen oder Infektionen. Mögliche Ursachen für Nekrose sind:

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Diabetischer Fuß

Offene Wunde bei einem diabetischen Fußsyndrom

In Deutschland haben rund 300 000 Menschen mit Diabetes aktuell Verletzungen an ihren Füßen, pro Jahr kommen ca. 120 000 dazu. Diese Zahlen teilte die Arbeitsgemeinschaft Diabetischer Fuß auf der Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft mit.

Nicht zu unterschätzen: Jeder zweite Diabetiker ist Risikopatient für die Entwicklung des Diabetischen Fußsyndroms (DFS).

Mit dem Diabetes mellitus ( Zuckererkrankung ) geht häufig eine Nervenstörung mit Empfindungs-Verlust ( Polyneuropathie ) einher. Dadurch wird

  • ein Erkennen von schmerzhaften Druckstellen am Fuß oft verhindert.
  • Verletzungen werden nicht "empfunden" und können sich entwickeln.
  • Infektionen mit Bakterien breiten sich unentdeckt durch Schmerzreize aus.

Durchblutungsstörungen, hervorgerufen durch "Zusinterung" insbesondere in den kleinen bis kleinsten Gefäßen, begünstigen eine Wundentwicklung bzw. verhindern eine Wundabheilung. Diese Wunden sind oft relativ therapieresistent, das heißt schwer zu behandeln. Häufig ist eine Amputation oder Teilamputation der betroffenen Gliedmaßen erforderlich.

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Ulcus Cruris ("offenes Bein")

Ulcus Cruris ("offenes Bein")

Beim Ulcus cruris, dem sogenannten „offenen Bein“ handelt es sich um ein schlecht heilendes Geschwür am Unterschenkel, für das folgende Krankheiten verursachend sein können:

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